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Unser Darmhirn

Die Datenautobahn zwischen Darm und Gehirn

SEI DABEI: Was haben die langlebigsten Völker der Erde mit der Darmgesundheit zu tun?

Lerne Deine Mitbewohner im Darm kennen und höre auf Dein Bauchgefühl.

Beitrag von: Julia | Mai, 2020 Lesezeit: 4 min


Kennst Du das? Wenn Du aufgeregt oder gestresst bist, musst Du schnell das "stille Örtchen" aufsuchen oder verspürst Übelkeit. Das sind einfache Momente, die uns auf die Interaktionen zwischen Darm und Gehirn hinweisen. Gefährlich kann es werden, wenn Du dauerhaft gestresst bist, oder permanent negative Gefühle mit Dir herumträgst. Die Folge kann ein Reizmagen oder Reizdarm sein. Dann kann schon ein "harmloses" einfaches Essen Magenschmerzen und Durchfälle auslösen. Entspannung, Meditation und Bewegung an der frischen Luft, sowie Yoga und selbstverständlich eine ausgewogene Ernährung kommen Deinem Darmhirn zugute.

 

Unser Bauchgefühl spielt bei vielen wichtigen Entscheidungen eine bedeutende Rolle. Viele Personen unterscheiden streng zwischen rationalem Denken und deren Bauchgefühl. Dabei sollte man das Bauchgefühl nicht unterschätzen. Unsere Darmsteuerung ist nerval geprägt: Ein komplexes Geflecht von Nervenzellen, die sich in der Darmwand als dünne Schichten zwischen den Muskeln des Verdauungstrakts und unterhalb der Schleimhaut befinden. Das sogenannte ENS (enterisches Nervensystem) ist wesentlich an der Regulation der lebenswichtigen Magen-Darm-Funktionen beteiligt. Zwischen dem ENS und dem ZNS (zentralen Nervensystem, Gehirn) existiert eine kontinuierliche Interaktion, bei der Nervenzellen Signale aus dem Magen-Darm-Trakt ans Gehirn und umgekehrt übertragen. Interessanterweise können die bei vielen ZNS-Erkrankungen auftretenden charakteristischen Veränderungen im Gehirn auch im ENS nachgewiesen werden. 

 

Die im Darm existierenden Nervenzellen stimulieren nicht nur die Bildung von Hormonen, Sekreten und Botenstoffen, damit die Verdauung gesteuert werden kann, sondern sind auch mitverantwortlich für Stimmungslagen und Emotionen.

 

Das bekannte Hormon Serotonin führt bei Ausschüttung aus dem Gehirn unter anderem zu Glücksgefühlen, findet sich aber auch in hohen Mengen im Darm wieder. Dort sorgt es für eine gesteigerte Verdauung. Die Ausgangssubstanz für die Serotoninbildung ist Tryptophan. Mit Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Kakao lässt sich Tryptophan über die Ernährung zuführen.


Die Darmflora

Die Darmflora (auch Mikrobiom oder Mikrobiota genannt) besteht aus den Darmbakterien und stimuliert unser Darmhirn. Wäre der Darm eine Stadt, hätte sie die höchste Einwohnerdichte: Etwa 100 Billionen Kleinstlebewesen wohnen darin, die rund 2 kg unseres Körpergewichts ausmachen. Ohne diese Bakterien-Armee wären wir nicht überlebensfähig. Sie verteidigen und schützen uns vor Krankheiten.

 

80 % unseres Immunsystems befindet sich im Darm.

 

Nicht jeder Mensch hat die gleiche Darmflora - man kann noch nicht genau sagen, wie viele unterschiedliche Darmbakterien existieren, da immer wieder neue erforscht werden. Dies impliziert, dass jeder von uns eine eigene Darmflora besitzt und personalisierte Ernährung immer wichtiger wird. Jeder Mensch hat sozusagen seinen eigenen bakteriellen Fingerabdruck.

 

Hierbei ist man sich jedoch sicher: Eine gesunde Darmflora spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unseres gesamten Organismus, unseres Immunsystems, unseres Wohlbefindens und unserer Gehirnfunktionen.

 

Die Darmbakterien entscheiden mit, wie wir denken und fühlen, und wie anfällig wir für chronische Krankheiten sind. Deshalb sollten wir diesen kleinen Mitbewohnern in unserem Darm äußerst viel Aufmerksamkeit schenken. Neben der Verdauungsleistung tragen sie auch zu einer ausreichenden Vitaminversorgung bei. In uns existieren eigene Vitaminfabriken - ist also der Darm krank, kann es zu einem Vitaminmangel kommen, auch wenn wir uns vitaminreich ernähren.

 

Je nach Lebensalter verändert sich die Zusammensetzung der Darmflora. Ernährungsgewohnheiten können sich verändern, da sich auch unsere Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen verändern.

 

Die beste Pflege für den Darm ist:

Selbst frisch kochen, viel Gemüse, Ballaststoffe essen und eher basisch, statt säurehaltig, konsumieren. Unsere kleinen Mitbewohner im Darm lieben Nahrungsfasern aus Gemüse, Obst, Nüssen, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Nicht so gernhaben sie Dauerstress und Medikamente, besonders Antibiotika mögen sie überhaupt nicht.

 

Bunter Grünkohl

Warum Antibiotika schädlich für Deine Darmflora ist:

Antibiotika töten auch gutartige, hilfreiche Bakterien, was unsere sensible Darmflora aus dem Gleichgewicht bringt und schädlichen Bewohnern und Erregern von außen sozusagen die Tür öffnet.

 

Interessant zu wissen: 

Eine besonders artenreiche und gesunde Darmflora zeigen Naturvölker, die sich mehrheitlich ausgewogen, naturbelassen und pflanzlich ernähren. Beispielsweise tragen die Yanomami in Venezuela bis zu doppelt so viele Bakterienarten in sich als US-Amerikaner und leiden kaum bis überhaupt nicht an chronischen Krankheiten.  Ebensolche Naturvölker sind:

  • Die Menschen aus Hunza (Nordspitze Pakistans) tanzen noch mit über 90 Jahren
  • Die Völker in Abchasien (Kaukasus, südliches Russland) treiben auch noch mit über 90 Jahren Sport
  • Die Hundertjährigen von Okinawa (südliches Japan) sind bekannt dafür, dass selbst die Erwartungen der berühmtesten Gesundheits- und Ernährungsforscher mit den Ergebnissen der dort durchgeführten Studien übertroffen wurden
  • Die Familien aus Vilcabamba (Ecuador) sind bekannt für ein sehr langes und glückliches Leben

Diese Völker wurde unter anderem von dem weltberühmten Dr. Alexander Leaf, Professor für klinische Medizin an der Harvard-Universität, studiert, der im Auftrag von National Geographic die gesündesten und langlebigsten Völker der Erde untersuchen sollte. Die Ergebnisse sind verblüffend.


Tipps für die Darmpflege

Es ist nicht alles nur Kopfsache!

Reduziere Gluten

  • Gluten ist das in vielen Getreidearten enthaltene Klebereiweiß. Man vermutet einen Zusammenhang zwischen neuropsychiatrischen Erkrankungen und dem hohen Konsum von Gluten.

Nimm mit Deiner Nahrung genügend Mineralien auf 

  • Viele Mineralien sind Kofaktoren für Neurotransmitter-produzierende Enzyme und haben eine große Auswirkung auf die Neurogenese*. Folgende sind für eine Gesundheit besonders wichtig: Eisen, Zink und Magnesium

*Die Neurogenese beschreibt die Bildung von Nervenzellen

 

Iss genügend Vitamine

  • Um psychisch fit zu bleiben, konsumiere besonders ausreichend: Vitamin B6, B12, C, D, Folsäure und Cholin. Beispiele für Vitamin B6-Lebensmittel: Walnüsse, Sesam, Kartoffeln, Hefeflocken, Vollkorngetreide, grüne Bohnen, Avocado. Beispiele für B12: Algen und Fleisch. Wir empfehlen generell ein natürliches Ergänzungsmittel zu nehmen (egal ob Veganer oder Nicht-Veganer). Beispiele für Vitamin C: Bärlauch, Brennnessel, Grünkohl, Erdbeeren, Spinat, Brokkoli, Zitrusfrüchte. Beispiele für Vitamin D: Sonnenlicht (>80 %), Pilze, Avocado (20 %). Beispiele für Folsäure: Salat, Spargel, Tomaten, Erbsen, Sojabohnen, Vollkornprodukte. Beispiele für Cholin: Brokkoli, Bohnen, Mandeln.

Ein Hoch auf Omega-3-Fettsäuren

  • Diese Fettsäuren pflegen Deine geistige Gesundheit besonders gut, und sind bspw. ausreichend in Leinsamen enthalten. Weitere Beispiele: Hanfsamen, Walnüsse und Mikroalgen.
Eine bunte Bowl mit Tomaten, Eiern, Zucchini,, Avocado und Grünkohl

Konsumiere Prä- und Probiotika

  • Prä- und Probiotika sorgen für eine gesunde Darmflora. Dank ihnen kann unsere Verdauung gut funktionieren - Infektionen können verhindert werden und das Immunsystem wird gestärkt. Probiotika sind Lebensmittel, die gute Bakterienstämme enthalten. Präbiotika sind Lebensmittel, die Futter für die guten Bakterienstämme sind und somit die Vermehrung dieser fördern. Beispiele für Probiotika: Miso, Kombucha, Sauerkraut. Beispiele für Präbiotika: Knoblauch, Artischocken, Zwiebeln, Spargel, Äpfel, Bananen.

Achte auf genügend Pflanzennährstoffe

  • Alle Mikro- und Makronährstoffe, die Pflanzen für deren Gesundheit und Verteidigung vor Schädlingen benötigen, helfen auch unserer Darmflora in Schwung zu bleiben. Besonders Zink, Eisen, Magnesium und Calcium.

Eine gesunde Ernährung mit nahrhaften Köstlichkeiten kann unglaublichen Spaß machen, Stress lindernd und abwechslungsreich sein. Unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit werden von dem Wunderwerk Darm gesteuert. Deshalb solltest Du ihn gut pflegen. Keine Angst, Du musst nicht gleich all unsere Tipps für eine glückliche Darmflora befolgen. Fange mit kleinen Schritten an, tue Dir etwas Gutes und komme so Schritt für Schritt an Dein triohealthy Ziel.


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