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dAS GROSSE tHEMA ZUCKER

Zuckeraustauschstoffe, Zuckerersatzstoffe und Zuckerfrei leben

SEI DABEI: Erfahre mehr über die Verstoffwechslung von Zucker, welche Alternativen es gibt und wie Du es schaffst, Deinen Zuckerkonsum zu reduzieren.

Beitrag von: Leonie | Dezember, 2020 | Lesezeit: 15 min


Heute teile ich mit Dir eine These, basierend auf persönlichen Beobachtungen: Süßstoff-Tabletten sind out. Noch vor ein paar Jahren wurde zu jedem Heißgetränk sowohl Zucker als auch Süßstoff serviert. Der „Tablettenspender“ war aus keinem Restaurant wegzudenken – genauso wenig, wie aus Omas Küche. Stattdessen werden Latte Macchiatos heutzutage mit Kokosblütenzucker gesüßt und Kuchen mit Erythrit gebacken. Ich erkenne einen Wandel in der Welt der Süßungsmittel, Du auch? Studienergebnisse werden veröffentlicht, Bücher werden geschrieben und Wissen wird mehr und mehr in der Gesellschaft verbreitet: Der weiße Industriezucker liefert uns keine Nährstoffe, er macht uns auf Dauer krank, und ja, er macht sogar süchtig. 

Höchste Zeit uns nach besseren Alternativen umzuschauen. 

 

In den letzten Jahren entwickelte sich in der Gesellschaft ein steigendes Interesse an einer bewussten Ernährung und in diesem Zuge wurde auch der Süßstoff genauer unter die Lupe genommen. Schmeckt wie Zucker, hat aber keine Kalorien? Da muss doch ein Haken dran sein. Auf der Suche nach weiteren und vielleicht sogar besseren Alternativen ist man zum Beispiel auf Stevia gestoßen - diese ist sehr populär.  Dabei ist es aber bis dato nicht geblieben. Viele weitere Wettbewerber kämpfen heutzutage auf dem Lebensmittelmarkt um den Platz des Konsumentenlieblings - oft sind sie schick verkleidet als gesundheitsförderndes Wundermittel oder als die Nr. 1-Alternative für Zucker. Ich hatte da fast schon den Überblick verloren. Du auch? Dann wird Dir unser Vergleich helfen. Denn wir machen uns jetzt auf in die Arena und schauen uns gemeinsam die berühmtesten Zuckeralternativen an.

Was sind Ihre Vorteile gegenüber den Gegnern und wo liegen Ihre Schwächen?

Saccharose

Zuerst einmal, möchte ich Dir aber etwas über den üblichen Haushaltszucker erzählen und Dir erklären, warum er auf Dauer so schädlich für Deinen Körper ist. 

1. Was passiert, wenn Du Zucker zu Dir nimmst?

 

Wir sprechen von Saccharose und diese gehört zu den Kohlenhydraten. Saccharose ist ein Disaccharid (Zweifachzucker) und setzt sich aus je einem Molekül α-D-Glucose und β-D-Fructose zusammen. Saccharose ist der allgemeine Haushalts- oder Industriezucker und wird im Mundgebrauch (sowie auch im folgenden Text) einfach als Zucker bezeichnet.

 

Die in Saccharose enthaltene Glukose wird im Verdauungstrakt abgespaltet und landet im Blut. Dein Blutzuckerwert erhöht sich und daraufhin schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Das Insulin ist dafür zuständig, die Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, wo sie als Energielieferant verwertet wird. Da sich danach keine Glukose mehr in Deinem Blut befindet, sinkt Dein Blutzuckerspiegel wieder auf Normalniveau.

 

Das ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, wie großartig Dein Körper auf natürliche Weise funktioniert. Bei jeder Mahlzeit schüttet Dein Körper Insulin frei und dadurch kann die durch die Nahrung aufgenommene Glukose sofort in die Zellen gelangen. Dort arbeiten die in den Zellen enthaltenen Kraftwerke, die Mitochondrien, und setzten aus dieser gewonnenen Glukose Energie für den Körper frei. Auch Deine Leber- und Muskelzellen können mit der Glukose etwas anfangen. Isst Du nämlich mal zu viel Zucker, muss Dein Körper ja irgendwie mit diesem Überangebot an Kohlenhydraten umgehen.

Puderzucker, der in einer große Schüssel gesiebt wird

Aus der überschüssigen Glukose wird in den Leber- und Muskelzellen Glykogen (Glykogenspeicher) aufgebaut, welches bei vermehrtem Energiebedarf dem Gesamtorganismus wieder zur Verfügung gestellt wird.

 

Sinkt Dein Blutzuckerspiegel also mal und Dir wird vielleicht schon schwindelig, können Deine Zellen einfach Glukose aus dem Glykogenspeicher nehmen und dieses wieder in Dein Blut freilassen.

So steigt Dein Blutzuckerspiegel wieder auf ein gesundes Maß. Dadurch geht es Dir wieder deutlich besser - und das, ohne einen zuckerhaltigen Schokoriegel oder einen Energieriegel zu brauchen.

 

Wie Du siehst, sind Deine Körperfunktionen auf natürliche Weise miteinander verknüpft ideal aufeinander abgestimmt.

Eine Frau hält eine weiße Schale mit Zartbitterschokolade in der Hand

2. Warum ist Zucker so gefährlich?

 

Die neuzeitliche Ernährung, unser Überangebot an gezuckertem Essen und verarbeiteten Lebensmitteln (zumeist hochkalorisch und fettreich) stellen große Herausforderungen dar: Bei rascher Zuckerzufuhr in zu hohen Mengen kann das Glukose-Insulin-Verhältnis schnell durcheinandergeraten. Schüttet die Bauchspeicheldrüse zu viel Insulin aus, gelangt zu viel Glukose in Deine Zellen, wo sie zu Energie verwertet wird. Ein dauerhaft hoher Insulingehalt in Deinem Körper kann auch dazu führen, dass insulinabhängige Organe eine Insulinresistenz entwickeln und so nicht mehr ihren wichtigen Körperfunktionen nachgehen können. Schüttet Deine Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin aus, ist überschüssige Glukose in Deinem Blut die Folge.

 

Wenn Dein Blutzuckerspiegel zu rasant steigt, reagierst Du danach hypoglykämisch. Das heißt, Dein Blutzuckerspiegel sinkt wieder rasant in den Keller.

Dein Körper registriert diesen niedrigen Blutzuckerwert und denkt, er befindet sich in einer Hungersituation und dementsprechend reagiert er auch: Er pumpt gespeichertes Fett in die Blutbahn damit dies als Energiequelle dient. Zudem verlangt der Körper auch wieder nach mehr Glukose und sendet einen „Heißhunger-Auftrag“ an das Gehirn. Schließlich will der Körper ja funktionsfähig bleiben. Und Du kannst Dir sicher denken, dass überschüssiges Fett im Blut auch wieder weitere Schwierigkeiten mit sich bringen kann. 

3. Glykämischer Wert

 

Wie Du wahrscheinlich schon merkst, sind wir von triohealthy kein Freund von Industriezucker. Allerdings wollen und müssen auch wir mal unseren Heißhunger auf Süßes stillen. Wir greifen dabei aber gerne auf niedrigglykämische Lebensmittel zurück.

Eine bunte Auswahl an Donuts

Der Glykämische Index (GI) ist ein Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Hat ein Lebensmittel einen hohen glykämischen Wert, lässt es Deinen Blutzuckerspiegel schnell und unkontrolliert ansteigen. Heißhungerattacken, Stimmungsschwankungen und ein Risiko auf Insulinresistenz sind die Folgen.

 

Wie auch bei der biologischen Wertigkeit ist der glykämische Index keine absolute Zahl, sondern dient als Referenzwert. Und zwar zu der blutzuckersteigenden Wirkung von Traubenzucker (100). Als hoch gilt ein GI von mehr als 70, Lebensmittel mit einem GI von weniger als 55 gelten als niedrigglykämisch. 

 

Du möchtest gerne wissen, welche Lebensmittel einen hohen GI haben?

Hier haben wir Dir mal eine Liste zur Übersicht zusammengestellt. 


4. Ist brauner Zucker wirklich gesünder?

 

Jetzt legen wir aber wirklich gleich los, nur ein Disclaimer noch:

Zucker wird aus Zuckerrüben oder Zuckerrohren gewonnen und besteht zu 100 % aus Saccharose. Um den Zucker aus der Pflanze zu gewinnen, sind viele industriell aufwändige Schritte notwendig: Der auf 70 Grad erhitzte Rohsaft (aus den zerkleinerten Rüben) wird mit Kalk und Kohlensäure bearbeitet.

Durch diese Raffination gehen alle Mineralstoffe verloren.

 

Brauner Zucker ist entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht unbedingt die gesündere Wahl. Er ist nur braun, da er weniger raffiniert ist oder sogar mit extra Sirup eingefärbt wurde. Auch kalorientechnisch sind weißer und brauner Zucker gleichauf. Die etwas gesündere Alternative ist der (Voll-)Rohrzucker, der aus dem tropischen Zuckerrohr entnommen wird. Er enthält noch sämtliche Mineralien und Vitamine. 

 

5. Was macht der Zucker mit unserem Körper?

 

  • Zucker macht süchtig: Beim Verzehr von Zucker wird im Gehirn Dopamin ausgeschüttet. Dopamin ist ein Botenstoff, den das Gehirn dafür entwickelt hat, unser Belohnungssystem zu aktivieren. Um oft in diesen tollen Gemütszustand zu kommen, verlangt Dein Körper vermehrt nach Dopamin-auslösenden Lebensmitteln.
  • Zucker verursacht Karies: Die im Zahnbelag enthaltenen Bakterien wandeln den Zucker in Säuren um. Diese Säuren entmineralisieren den Zahnschmelz, sodass er porös wird. Dadurch können Mikroorganismen in den Zahn eindringen und ihn von innen zerstören.
  • Zucker erhöht das Risiko einer Insulinresistenz: Der ständige Zuckerkonsum hält Deinen Insulinspiegel dauerhaft hoch. Das kann zu Herz-Kreislauf-Krankheiten und nicht zuletzt Diabetes führen.
  • Zucker ist überall: Sowohl in herzhaften als auch in süßen Gerichten versteckt sich Zucker- und/oder ein Zuckeraustauschstoff. Somit nimmst Du meist unbewusst den ganzen Tag über Zucker zu Dir. Was das für Folgen haben kann, hast Du sicherlich gerade gelernt. 

Natürliche Süssungsmittel

Und nun? Gibt es überhaupt gesundheitsfördernde Süßungsmittel? Ja und Nein. Die einzigen rein natürlichen Süßungsmittel sind Datteln (in Pulverform als Dattelzucker), Pflaumen (z.B. als Trockenpflaumenpaste) oder Melasse (ein zähflüssiger Sirup, der als Nebenprodukt bei der Zuckergewinnung entsteht). Es handelt sich hierbei also um gering verarbeitete Lebensmittel voller Nährstoffe und Mineralien. Sie sind super zum Süßen von Backwaren geeignet, in Getränken können sich diese vollwertigen Süßungsmittel allerdings weniger gut auflösen oder sind gar zu intensiv. Für solche Fälle gibt es aber viele teil-synthetisch hergestellten Zuckeralternativen. Manche von ihnen sind tatsächlich nicht ganz so übel.


Zuckeralternativen

1. Stevia

Stevia wird mittels eines chemischen Prozesses aus den Blättern einer südamerikanischen Pflanze gewonnen. Du kannst es in Pulverform, als Tropfen oder als Tablette erwerben und es ist komplett kalorienlos. Bestenfalls achtest Du bei dem Erwerb von Stevia immer darauf, dass es mit einem Bio-Siegel gelabelt ist. Denn nur dann kann gewährleistet werden, dass es ohne Genveränderung und in Deutschland hergestellt wurde. Kommen wir aber zu dem Wichtigsten: dem Geschmack. Die Süße bleibt sehr lange im Mund, bringt aber einen leicht bitteren Nachgeschmack mit sich. Die Dosierung wird aufgrund der starken Süßkraft (350-400mal so stark wie Zucker) gering gehalten und das ist auch gut so. Denn die Stevioside, die aktiven Wirkstoffe in Stevia, können in großen Mengen eine DNA-schädliche Bakterienaktivität auslösen. Laut der WHO darf eine Menge von 1,8 mg Stevia pro Pfund Körpergewicht nicht überschritten werden. Trinke also nicht mehr als zwei bis drei mit Stevia gesüßte Getränke am Tag. 

Die Stevia Pflanze

Himbeeren, auf denen ein leichter Tau zu sehen ist

2. Xylit 

Ein weiterer Top-Kandidat ist der Xylit (Xylitol). Was die meisten unter uns nicht wissen, ist, dass Xylit für den Körper gar nichts Neues oder Fremdes ist. Er ist schon seit Jahren in Zahnpasta und Kaugummis enthalten.

Es handelt sich hierbei um einen Zuckeraustauschstoff oder auch Zuckeralkohol. Sie haben in der Regel einen geringeren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, da sie insulinunabhängig verstoffwechselt werden.

Was die Süßkraft betrifft, ist Xylit nahezu gleichauf mit Glukose, was bei Zuckeralkoholen eher unüblich ist.

 

Xylit muss nicht synthetisch hergestellt werden. Xylose ist der Ausgangsstoff für Xylit und dieser kommt in Himbeeren, Blumenkohl, Hölzern aber auch Maiskolben oder sogar Stroh vor. Der meiste Anteil wird aus der Birke gewonnen (deswegen auch oft als Birkenblütenzucker betitelt). Auch Xylit hat seine Nachteile: Zuckeraustauschstoffe können nicht vom Körper absorbiert werden und landen im Darm. Sie können dadurch bei übermäßigem Verzehr blähend und abführend wirken. 


3. Erythrit 

Erythrit ist auch ein Zuckeraustauschstoff und wird insulinunabhängig verstoffwechselt. Es wird vom Körper absorbiert und hat keine abführende Wirkung. Es eignet sich besonders gut zum Backen, da die kristalline Art sehr an den Haushaltszucker erinnert. Erythrit hat keine Kalorien und erzeugt auch keinen signifikanten Nachgeschmack. Die relative Süßkraft im Vergleich zu Glukose liegt bei 0,7. Um beim Backen die Süßkraft von 100g Zucker zu erreichen, müsstest Du also 170g Erythrit verwenden.

Ich persönlich handhabe das aber nicht so, denn ich backe tendenziell eher etwas weniger süß 😉. 

 

Pur im Tee oder Kaffee hinterlässt es ein minimales Taubheitsgefühl auf der Zunge. Das spürt man aber wirklich nur im direkten Vergleich. Auch Erythrit kommt in der Natur vor, denn es wird mittels mikrobieller Fermentation hauptsächlich aus Pilzen und Mais gewonnen. Hier gilt es jedoch auf ein Bio-Siegel zu achten, denn diese Mais- und Pilzkulturen können aus gentechnisch veränderten Kulturen stammen.

Auch Erythrit verursacht kein Karies.

Selbstgebackene Kekse, präsentiert auf einem Teller

4. Süßstoff

Den allseits bekannten Süßstoff kann man schwer verallgemeinern, denn die Zusammensetzung ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Es gibt das Aspartam, das Cyklamat und das Thaumatin, um nur ein paar Zuckerersatzstoffe genannt zu haben. Die berühmte Coca-Cola Zero ist zum Beispiel mit Aspartam gesüßt, wie auch viele andere Light-Produkte. Der Geschmack ähnelt dem normalen Haushaltszucker wahrscheinlich am meisten und er liefert auch keinen Beigeschmack. Die relative Süßkraft variiert und kann 30-300x höher sein als bei Glukose. Während Zuckeraustauschstoffe bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können, haben Zuckerersatzstoffe keinen Einfluss auf die Verdauung

Zwei Dosen Coca Cola Zero

Lass uns aber mal zusammen einen Blick in eine wertvolle Studie werfen.

Die NIH-AARP Diet and Health Study of the National Cancer Institute sowie frühe Untersuchungen der Case Western Reserve University in Ohio ergaben interessante Befunde. Die häufige Verwendung von Aspartam oder Saccharin ist mit einem erhöhten Depressionsrisiko verbunden. Personen mit einer Gemütsstörung reagieren besonders auf diese Verhaltens-neurologische Wirkung von Aspartam und sollten gänzlich die Finger davonlassen. Hunderttausende US-Amerikaner ohne psychische Vorbelastung wurden in Gruppen aufgeteilt, einer Probandengruppe A wurde nur eine geringe Dosis Aspartam (vgl. mit 1L Diet Cola) pro Tag gegeben, die andere Gruppe B bekam eine höhere Dosis (vgl. mit 3L Diet Cola). Interessant dabei ist, dass diese angeblich hohe Dosis Aspartam nur der Hälfte dessen entspricht, was die US-Lebens- und Arzneimittelkontrollbehörde FDA an Aspartam pro Tag erlaubt. Die Studie fokussierte sich auf die verhaltensneurologische Wirkung von Aspartam und schon nach acht Tagen zeigten die Probanden von Gruppe B stärkere Symptome von Depression, erhöhter Reizbarkeit und dauerhafter schlechter Laune.


Zuckerfreier Bareballs Protein bar Hazelnut & Nougat

Was wirst Du jetzt tun? Der Verzicht auf die Diet Coke oder auf den Süßstoff im Kaffee fällt Dir vermutlich nicht schwer. Problem ist aber der unbewusste Verzehr: Aspartam versteckt sich in über 6000 verarbeiteten Lebensmitteln, wie Atemerfrischungspastillen, Frühstückscerealien, Marmeladen, Proteinriegeln oder im Joghurt. Forscher sagen, es sei gar unmöglich täglich kein Kontakt mit Aspartam zu haben.[1] Davon ausgenommen bist Du, wenn Du überwiegend frisch kochst und weitestgehend auf verarbeitete Lebensmittel verzichtest. Stöbere doch mal durch unsere Rezepte.


5. Honig und andere natürliche, kalorienhaltige Süßungsmittel

Wer weder Zucker noch Zuckeraustausch- oder Zuckerersatzstoffe verwenden möchte, greift zu Honig, Agavendicksaft, Ahorn- oder Reissirup.

 

Diese sind natürliche, kalorienhaltige Süßungsmittel und bestehen, wie auch Zucker, hauptsächlich aus Glukose und Fructose. Dadurch werden sie insulinabhängig verdaut, können Karies verursachen und bei übermäßigem Verzehr schädlich wirken. Auch wenn sie kalorientechnisch nur leicht unter dem üblichen Zucker liegen, haben sie doch einige positive Eigenschaften.

Honig enthält zum Beispiel wenige „Problemzünder“ wie Fett, Cholesterin oder Purine. Dafür aber viele gesunde bioaktive Stoffe und entzündungshemmende Enzyme. Die Kombination aus den wichtigen Antioxidantien (u.a. Phenole) und aus den gesunden Pflanzenstoffen (u.a. Flavonoide) machen den Honig zu einem Mittel gegen Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und oxidativem Stress.

Honig ist also gut für die Herzgesundheit.

 

Für die Veganer unter uns gibt es verschiedene Arten von Sirupen und Dicksäfte, wie den Agavendicksaft oder den Reissirup. Sie unterscheiden sich jeweils in Viskosität, Süßkraft und dem Glukose-Fructose-Verhältnis. Ansonsten sind die Eigenschaften sehr ähnlich. Deshalb bedarf es hier keinem detaillierten Vergleich. Jedes Süßungsmittel hat Vor- und Nachteile. Solange Du sie alle in niedrigen Dosen verwendest (zum Beispiel zum Süßen von Tee, Salatsoßen, im Müsli oder auf Pancakes) machst Du alles richtig. 

Ein Glas Honig

Aufgeschnittene Kokosnüsse

6. Kokosblütenzucker

Ich bin aber noch nicht am Ende. Einen Zucker habe ich noch in petto und auch dieser wird aus den tropischen Regionen der Erde entnommen, genauer gesagt aus dem Blütennektar der Kokospalme: der Kokosblütenzucker.

Er ist hellbraun und hat einen leicht karamelligen Geschmack.

 

Der Kokosblütenzucker durchläuft keinen hoch synthetisierten Herstellungsprozess und ist recht naturbelassen. Das heißt, er enthält noch viele wertgebende Inhaltsstoffe (Mineralien, Vitamine, Ballaststoffe und Antioxidantien). Wirkt Kokosblütenzucker auch schädlich und stark blutzuckersteigend? Hier streiten sich die Forscher. Das Zuckerspektrum, also das Verhältnis von Saccharose, Glukose und Fructose, gibt einen ausschlaggebenden Einblick in den glykämischen Index eines Lebensmittels. Dieser ist bei Kokosblütenzucker und Zucker recht gleich. Die weit verbreitete Aussage über den vermeintlich niedrigen glykämischen Index von Kokosblütenzucker gilt es also kritisch zu beleuchten. Fakt ist aber: Der relative GI von Kokosblütenzucker liegt irgendwo zwischen 35 und 55 und somit unter dem von Zucker. Kokosblütenzucker ist die wertvollere Alternative zum Zucker, mit etwas weniger Kalorien und einer leicht milderen Süßkraft. 



Zuckerfrei leben

Nicht selten machen Menschen positive Erfahrungen, wenn sie dem Zucker endgültig den Rücken kehren oder zumindest ihren Zuckerkonsum reduzieren bzw. anders gestalten. Sie berichten von mehr Energie, weniger Träg- und Müdigkeit, von erhöhter Konzentrationsfähigkeit, besserer Haut und einem bewussteren Gefühl von Hunger und Sättigung. Wie kann es sein, dass ein verringerter Zuckerkonsum zu all diesen positiven Effekten führt?

Deine Körperprozesse

normalisieren sich

·sStStatt mit ständiger Insulin- und Fettverwertung und dem Abbau von Zucker beschäftigt zu sein, können sich Deine Organe auf ihre normalen Prozesse konzentrieren und Heilung begünstigen.

Dein Körper findet sein Wohlfühlgewicht

Das mag vielleicht nicht Deine Traummasse sein, aber Dein Körper weiß, welche Konstitution er braucht, um optimal arbeiten zu können und auf gesunde Weise das Gewicht halten zu können.

Dein Hautbild verbessert sich

 

Zucker kurbelt Entzündungs-prozesse an und stört unsere Darmflora. Deine Haut muss als Entgiftungsorgan somit stärker mit-arbeiten und das zeigt sich in Pickel und Unreinheiten.  

Du wirst seltener krank

 

Die durch Zucker verursachten Entzündungsprozesse führen zu einer Überlastung des Abwehrsystems und Du wirst anfälliger für Krankheiten. Weniger Zucker heißt also weniger Belastung, mehr Wohlbefinden und ein stärkeres Immunsystem. 



Fazit

Wie findest Du zwischen all diesen Zuckersatz- und Zuckeraustauschstoffen nun jetzt Deine Balance? Denke immer daran: Es gibt per se keine guten und keine bösen Lebensmittel. Es geht um die Frage, welche Lebensmittel enthalten mehr von den guten und weniger von den schlechten Nährstoffen. Es geht schlussendlich nur um die Nährstoffverteilung in einem Produkt und in unserer Ernährung. Und genauso bunt und abwechslungsreich wie Deine Ernährung, darf und soll auch das Repertoire Deiner Zuckeralternativen sein. Ist es nicht großartig, dass die Erde uns so eine große Auswahl schenkt? 

 

Tipps, um langfristig auf Zucker verzichten zu können

 

Trotzdem kann es nicht allzu schlecht sein, Deinen Zuckerkonsum langfristig zu reduzieren. Hier haben wir ein paar Tipps für Dich zusammengestellt, mit denen Du Dein Bewusstsein für den Zuckerkonsum stärken kannst:

  • Achte bei verarbeiteten Lebensmitteln darauf, was drin ist und vermeide es so, versehentlich Zucker zu Dir zu nehmen.
  • Koche, backe, brate und mixe einfach mehr selbst. So kannst Du selbst entscheiden, wie und ob Du Deine Gerichte süßen willst.
  • Nasche, aber nasche bewusst. Dein Körper braucht Energie und Zucker ist der beste Lieferant, aber wähle bewusst, wie oft und womit Du Deinem Körper Energie geben will
  • Trinke gegen Heißhunger, denn oft verwechseln wir Durst mit Hunger. Viel Wasser, gerne auch mit Gurke oder einem Spritzer Zitrone kann den Griff zur Schokolade verhindern

Wenn Du rund um das Jahr zuckerfrei kochen und backen magst, haben wir tolle Inspiration für Dich: Wie wäre es mit zuckerfreien Vanille Kipferl zu Weihnachten? Oder süßen Mango-Kokos-Bällchen zum Frühstück? Auch unser Haferkleie Powerbrot kommt ohne Zucker aus.

Schau da doch mal vorbei, koche die Rezepte nach und verlinke uns auf social media @triohealthy #trioheathly

[1] Greger, Michael (2016): How not to die. Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern – und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen. Kandern: Unimedica


Kommentare: 1
  • #1

    Lisa (Montag, 28 Dezember 2020 11:48)

    Wirklich hilfreich und wertvoll. Das Thema "Zucker" ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig. Die Menschheit sollte viel mehr darüber erfahren.


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